Lange nicht mehr gesehen, oder?
Mit diesem Bild wollen wir mal in Erinnerung rufen, was eine Telefonzelle überhaupt ist.
Wer kann sich erinnern?:
Mehr Informationen nicht nur für Nostalgiker gibt es für alle die weiter lesen…
Telefonzelle
Eine Telefonzelle, fachlich als Telefonhäuschen (TelH) bezeichnet, ist ein kleines Häuschen mit einer Grundfläche von etwa einem Quadratmeter, an dessen innerer Rückwand ein Telefonapparat angebracht ist. Die Gebühren des Telefonats werden je nachdem mit Münzgeld, einer Telefon-, Kredit- oder Geldkarte bezahlt. Telefonzellen stehen in der Regel im öffentlichen Raum.
Die erste Telefonzelle, damals noch Fernsprechkiosk genannt, wurde am 12. Januar 1881 in Berlin in Betrieb genommen. Ab 1899 gab es Münzfernsprecher, vorher wurden Telefonbilletts verkauft. Die ältesten geschlossenen Zellen befanden sich noch in geschlossenen Gebäuden, Postfilialen, im Empfangsbereich von Hotels und gastronomischen Einrichtungen und lösten kleinere, vor allem durch Raumteiler abgegrenzte Telefongelegenheiten ab, für deren Benutzung es noch keine einheitlichen Regeln gab.
Öffentliche Telefonzellen kamen nach ihrer Einführung allgemein sehr gut an und wurden nicht nur zum Telefonieren benutzt. Sie waren auch beliebte Treffpunkte. Da man einige Telefonzellen auch anrufen konnte, war es Bekannten im Fall der Verspätung möglich, den Wartenden zu erreichen oder sich zu verabredeten Zeiten gegenseitig anzurufen. Die Anrufbarkeit der Telefonzellen konnte später technisch eingeschränkt werden. Noch in der DDR waren viele Telefonzellen anrufbar, sofern die Nummer bekannt war. Telefonzellen der Deutschen Bundespost hatten in den 1980er Jahren außen ein Klebepiktogramm mit dem Symbol einer Glocke angebracht, die das Gerät als anrufbar kennzeichneten, die Rufnummer war bei einigen dieser Klebepiktogramme unter dem Glockensymbol aufgedruckt bzw. befand sich am Bedienpiktogramm des Gerätes. Diese anrufbaren Geräte wurden Post-intern als „aMünzFw“ bezeichnet.
Lange Jahre war das Bild öffentlicher Plätze durch die auffälligen Telefonzellen mitgeprägt, die auch in beiden Teilen Deutschlands Postgelb waren. Nach der flächendeckenden Einführung privater Haushaltstelefone sank ihre Bedeutung als Kontaktpunkt in beiden Teilen Deutschlands, in Ostdeutschland etwas langsamer.
Mit der Privatisierung im wiedervereinigten Deutschland änderte sich die Corporate Identity und die neu geschaffene Deutsche Telekom ersetzte die gelben Telefonzellen nach und nach durch grau-weiß-magentafarbene. Dabei wurden kritische Stimmen laut, die wegen der neuen, unauffälligeren Farbe warnten, dass es im Notfall dazu kommen kann, dass viel zu spät alarmiert wird, da mehr Zeit für die Suche der Telefonzellen aufgewendet werden muss. Diese Bedenken wurden durch das Aufkommen von Mobiltelefonen zerstreut.
Ursprünglich wurden alle Telefone mit Münzgeld betrieben. Ende der 1980er Jahre führte die Deutsche Bundespost Kartentelefone ein, die die Münzgeräte zum Teil verdrängten. Erst Ende der 1990er Jahre wurden Kombinationsgeräte (Telestation) eingesetzt, die sowohl Münzen als auch Telefonkarten akzeptieren. Nicht nur in Deutschland tragen sich Telefonzellen aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Mobiltelefonen immer weniger, entsprechend wurde deren Zahl in den letzten Jahren immer weiter reduziert.
Die gelben Telefonzellen aus Bundespostzeiten sind in einigen Regionen Deutschlands kaum noch anzutreffen und haben vereinzelt, je nach Modell schon Sammlerwert, ähnlich wie die markanten roten britischen Telefonzellen, die mittlerweile in aller Welt zu finden sind. Seit dem Wegfall des Telekommunikationsmonopols in Deutschland stellten auch verschiedene private Anbieter Telefonzellen auf. Sie beschränken sich bei ihrer Standortwahl jedoch meist auf ausgesuchte lukrative Standorte wie beispielsweise Fußgängerzonen in Großstädten.























