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E-Plus ist mit über 15 Mio. Kunden der drittgrößte Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland und gehört seit dem Jahr 2000 zum niederländischen KPN-Konzern (KPN Mobile). Das Unternehmen ist in die Teilbereiche E-Plus Mobilfunk in Düsseldorf und E-Plus Service in Potsdam gegliedert. E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG betreibt die technische Netzinfrastruktur und fungiert als Konzernobergesellschaft, wohingegen E-Plus Service GmbH & Co. KG als Service Provider die Kundenbetreuung übernimmt. Neben der Marke E-Plus nutzt das Unternehmen auch die Marke Base zur Vermarktung von Flatrate-Tarifen und ist Eigentümer des Mobilfunk-Discounters Simyo.

Marktstrategie

Spätestens seit dem Jahr 2005 verfolgt E-Plus eine sogenannte „Followers“-Strategie am Mobilfunkmarkt, also eine Konzentration des Angebots auf besonders häufig nachgefragte Dienste, die zu vergleichsweise niedrigen Preisen verkauft werden. Innovative Produkte werden erst mit Verzögerung angeboten, wenn durch die Erfolge von Konkurrenzunternehmen absehbar ist, dass sich Investitionen in diese rentieren würden. Bei E-Plus resultiert diese Strategie in eher günstigeren Tarifen für Telefonie, eine Preisführerschaft in diesem Gebiet wird angestrebt. Das UMTS-Netz wird aktuell stark ausgebaut, um neue Gebiete zu versorgen und die Kapazitäten zu erweitern. Des Weiteren wird das GSM-Netz deutschlandweit auf E-GSM erweitert, so dass sich die Netzabdeckung stark verbessert hat.

Mobilfunknetze

E-Plus Mobilfunk betreibt bundesweite Mobilfunknetze im EGSM-900, GSM-1800, und UMTS-Standard. Das GSM-Netz ist seit 1994 in Betrieb und umfasst mehr als 22.500 Senderstandorte (Juni 2006).

Zeitgleich erfolgt der Aufbau des neuen UMTS-Netzes. Zum Einsatz kommen hierbei neben gewöhnlichen Standorten mittlerer Höhe wie kleineren Masten und Hausdächern auch sogenannte Ultra High Sites (UHS). Dies bezeichnet Antennenstandorte mit einer Montagehöhe von mehr als 100 Meter, zum Beispiel Industrieschornsteine oder Fernsehtürme. UHS erlauben die Versorgung größerer Flächen mit weniger Investitionen als dies gewöhnlich notwendig wäre, allerdings verringert sich dadurch auch die Kapazität, da trotz der größeren Fläche immer noch die gleiche Anzahl der gleichzeitig durchgestellten Gespräche bleibt. Das UMTS-Netz enthält teilweise Technik des ehemaligen Netzes von Mobilcom, dessen Ausbau noch vor der kommerziellen Inbetriebnahme gestoppt wurde. Mobilcom verkaufte einen Großteil seiner Technik im Jahr 2003 für 20 Mio. Euro an E-Plus.

Seit Anfang 2006 baut das Unternehmen auch Basisstationen im EGSM-900-MHz-Standard auf bzw. vorhandene GSM-1800-MHz-Stationen zu E-GSM-900/GSM-1800-Dualband-Standorten um. Die Frequenzen wurden den beiden Netzbetreibern E-Plus und O2 von der Bundesnetzagentur zugewiesen, um auch ländliche Gebiete besser und effizienter versorgen zu können und den Empfang innerhalb von Gebäuden zu verbessern. Damit sollen die bisher nur auf 1800 MHz sendenden Netzbetreiber eine technische Chancengleichheit erhalten. Nahezu alle seit etwa 1998 hergestellten Mobiltelefone können die GSM-Erweiterungsbänder EGSM nutzen, insbesondere ältere GSM-900-Mobiltelefone jedoch nicht.

Das GSM-Netz unterstützt den Dienst HSCSD für schnelleren Datentransfer durch Kanalbündelung. In Deutschland bietet außerdem Vodafone den Dienst an. Daneben bietet E-Plus auch GPRS-Dienste an. Der schnellere HSDPA-Datendienst im UMTS-Netz wird hingegen bisher nicht unterstützt. Wie Thorsten Dirks aber im September 2007 in einer Pressekonferenz mitteilte, wird man ab Januar 2008 mehrere Millionen Euro für den Ausbau von HSDPA investieren.

Im GSM-Netz wird die Sprachübertragung mit dem Enhanced Full Rate Codec (EFR) und bei neueren Mobiltelefonen mit dem Adaptive Multirate Codec (AMR) realisiert.

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1992 als E-Plus Mobilfunk GmbH gegründet und erhielt 1993 eine Mobilfunklizenz für GSM-1800 (E1-Netz) durch den damaligen Bundespostminister Wolfgang Bötsch. Lizenzinhaber wurde das Konsortium um E-Plus, deren Hauptgesellschafter die Veba Telecom/RWE, Thyssen und Bell South waren.

1999 scheiterte ein Versuch der France Télécom, bei E-Plus einzusteigen. Der französische Telekommunikationskonzern wollte den 17,24-%igen Anteil von Vodafone erwerben, von dem sich Vodafone nach der Fusion mit Air Touch trennen wollte. Bell South nahm einen Kredit in Höhe von 9,18 Mrd. Euro bei dem niederländischen Unternehmen KPN auf und sicherte sich damit das Vorkaufsrecht. Zudem erwarb Bell South den 60,25 %igen Anteil von Otelo (VEBA/RWE), da sich die Anteilseigner wieder auf das Kerngeschäft (Energie) konzentieren wollten. Dieser Kredit von KPN wurde anschließend in eine 77,49-%igen Anteil an E-Plus umgewandelt.[1]

Im Januar 2002 wurde bekannt, dass KPN auch die restlichen Anteile von E-Plus im Rahmen eines Aktientausches von Bell South erwerben wird.

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